Die Internationale Elias-Canetti-Gesellschaft lädt Sie gemeinsam mit dem Goethe-Institut Bulgarien zur Eröffnung der „TAGE DES DEUTSCHEN FILMS“ ein!

Der erste Film, den wir vorstellen werden, ist:

 

„DIE UNBEUGSAMEN“ (2021, 99 Min.)

Regie: Torsten Körner

Drehbuch: Torsten Körner

Kamera: Johannes Imdal, Claire Jan

 

„DIE UNBEUGSAMEN“ erzählt die Geschichte der Frauen in der Bundesrepublik (Deutschland nach 1949), die buchstäblich wie echte Pionierinnen für ihr Recht kämpfen mussten, an den demokratischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen – gegen Männer, die vom Erfolg besessen und offiziell von ihrer Macht berauscht waren. Unerschütterlich, ehrgeizig und mit unendlicher Geduld gingen sie ihren Weg und widersetzten sich Vorurteilen und geschlechtsspezifischer Diskriminierung. Politikerinnen jener Zeit melden sich heute zu Wort. Die Erinnerungen sind zugleich amüsant und bitter, absurd und zuweilen erschreckend aktuell.

„Wenn ich machtlos bin, bin ich schutzlos“, stellt Herta Döbler-Gmelin (SPD) fest. „Macht ist ein Mittel, sich durchzusetzen.“ Die Frauen hatten durch ihre Leistungen während des Krieges und danach als „Frauen der Trümmer“ bewiesen, wie hartnäckig und selbstständig sie arbeiten können. Doch in den 60er Jahren wurde das Frauenbild wieder gänzlich auf die Bedürfnisse der Männer reduziert – schön für ihre Männer zu sein, sie zu verehren und gut zu kochen – das war das Motto, das durch Werbung und Filme ständig verbreitet wurde. „Politik galt als unweiblich“, sagt Ursula Menle (CSU).

„Meine Herren“ ist die übliche Anrede in den Ausschüssen. Wenn doch einmal eine Frau hinzukommt, ist sie einfach nur „ein Mann in diesem Kreis“. Ministerin zu werden, war zunächst undenkbar, Kanzlerin – eine völlige Utopie. Die männlichen Kollegen nehmen es als selbstverständlich hin, dass Frauen ohnehin bald wieder gehen werden. Ignorieren, ironische Kommentare, spöttische Grinsen sind an der Tagesordnung.

Der deutsche Dokumentarfilmer und Journalist TORSTEN KÖRNER (von ihm stammt der Film „Angela Merkel – Die Unerwartete“) ist es gelungen, eine emotional bewegende Chronik der westdeutschen Politik von den 1950er Jahren bis zur Wiedervereinigung zu schaffen, durchsetzt mit teilweise bisher unveröffentlichtem Archivmaterial. Diese von ihm gefundenen Aufnahmen offenbaren eine Kraft, die es ermöglicht, das Kino als Ort politischer Selbstsicherheit neu zu entdecken. Ein eindringliches zeitgenössisches Dokument, das einen unbestreitbaren Beitrag zur aktuellen Diskussion leistet.

Der Regisseur Torsten Körner lässt die jungen Politikerinnen aus den Archivfilmen zu Wort kommen oder lässt sie ihre Situation im Rückblick kritisch kommentieren – in verschiedenen thematischen Kreisen, deren Titel einen satirischen Beigeschmack erhalten. Dank des Archivmaterials entwirft er ein klar strukturiertes Drehbuch zur Geschichte der deutschen Frauen in der Politik. Die Kamera schwebt ständig über leere Säle, Stuhlreihen und Tribünen, als wären sie Einladungen für Politikerinnen. Doch die Männer nehmen die Plätze ein…