Karneval – Feiern, Gestalten und Lernen in einem

 

17 und 18. Februar

Friedrich-Schiller-Schule in Ruse

während des Deutschunterrichts der vierten Klasse

 

Bunt, fröhlich und voller Fantasie kommt das Projekt „Bastelkarneval – Ruse Alaaf!“ ganz im Geiste von Sirni Sagowesni speziell für die Viertklässler der Deutschen Schule in Ruse. Es ist eine Idee des Praktikanten im Hausmuseum „Elias Canetti“ Akin Cömert und wird die Schülerinnen und Schüler mit diesem Element der deutschen Kultur vertraut machen, indem es Lernen, Kreativität und gemeinschaftliche Erlebnisse miteinander verbindet. Der Karneval wird jedes Jahr im Februar oder März gefeiert, kurz vor der christlichen Fastenzeit. Der Rosenmontag, der wichtigste Karnevalstag in Köln, ist besonders bekannt. Große, farbenfrohe Umzüge ziehen durch die Straßen, die Menschen tragen fantasievolle Kostüme und Masken, es gibt Musik, Tanz, Süßigkeiten und fröhliche Rufe wie „Alaaf!“. Karneval bedeutet Freude, Gemeinschaft, Verkleidung, Humor und gemeinsames Feiern – unabhängig von Alter oder Herkunft. Genau in diesem Geist werden ihn auch die Kinder der Friedrich-Schiller-Schule in Ruse erleben. Spielerisch werden sie Karnevalsmasken basteln, die jedes Kind individuell gestaltet. Doch das ist noch nicht alles, denn Kommunikation, Sprechen, Experimentieren und Lernen sind untrennbarer Bestandteil des kreativen Prozesses. Die deutsche Sprache wird auf natürliche Weise durch Farben, Emotionen, einfache Wörter, kurze Dialoge und gemeinsames Geschichtenerzählen vermittelt. Deutsch wird als lebendige Sprache gelernt – eine Sprache, die verbindet, Freude schenkt und Neugier entfacht. All dies wird am 17. und 18. Februar stattfinden. Der Abschluss des Projekts wird eine Ausstellung der Masken in der Schule sein, bei der die Teilnehmenden ihre Werke stolz mit Familie und Freunden teilen können.

Bevor der Karneval von der kommunistischen Regierung verboten wurde, war er Teil des europäischen Geistes von Ruse. Den Erinnerungen von Maria Marinowitsch-Pedschewa zufolge war in den 1920er- und 1930er-Jahren des 20. Jahrhunderts ein Maskenball im Militärklub der Stadt Tradition. Der gut organisierte und zahlreich besuchte Ball fand in der Zeit vor Sagowesni statt und markierte den Abschied vom Winter und die erwartete Ankunft des Frühlings. Junge Familien kamen mit Pferdekutschen, festlich gekleidet und maskiert. Nach 1989 unternahm ihr Enkel Dimitar Lipowanski gemeinsam mit Gleichgesinnten den Versuch, diese Tradition wiederzubeleben. Im Familienkreis traf man sich zu Sagowesni im ehemaligen Lokal „Sound Garden“ in Ruse. Man feierte mit Masken, Tanz und dem Entzünden von Feuern im Hof des Lokals. Die Kinder spielten mit dem Feuer und sprangen darüber – ganz in der Tradition des Festes.

Akin Cömert, der Ideengeber des Projekts, wird auch dessen treibende Kraft sein. Er ist Praktikant bei der Internationalen „Elias Canetti“ Gesellschaft im Rahmen des Programms kulturweit, lebt in Deutschland und beherrscht sechs Sprachen fließend: Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch, Japanisch und Schwedisch. Tatsächlich verfügt er über Kenntnisse in mehr als zehn Sprachen, darunter auch Bulgarisch. Über seine Arbeit in Ruse sagt er, es sei eine einzigartige und bereichernde Erfahrung gewesen. „Diese Erfahrung hat meine persönliche Verbindung zur bulgarischen Kultur tief geprägt. Mein Interesse an der bulgarischen Geschichte ist deutlich gewachsen – insbesondere an der bulgarischen Sprache, die für mich immer bedeutender wurde. Was als Neugier begann, entwickelte sich zu echter Wertschätzung“, gesteht Akin am Ende seines Aufenthalts in Ruse.